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Ein halbes Jahr am Ende der Welt!
 

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Impfungen und andere Gräueltaten

Huhu,

 

mir ist gerade ein bisschen langweilig, also erzähle ich mal von meinen Impfungen. Wie erwartet hatte ich so ziemlich keinen einzigen Impfschutz mehr, weil ich so lange nicht beim Arzt war und musste deshalb ganz viele Piekser über mich ergehen lassen - Masern/Röteln/Mumps, Keuchhusten/Diphterie/Polio/Tetanus, FSME und die Auslandsimpfungen. Für Bolivien braucht man wenn man so lange dort ist nämlich Schutz vor Tollwut (3x impfen), Gelbfieber und Typhus. Und noch einige weitere nette Sachen wie Malariamedikamente, die man einnehmen sollte, wenn man befürchtet, erkrankt zu sein, Ibuprofen, falls man die Höhenkrankheit zu spüren bekommt und einen ganzen Packen "normale" Notfallapotheke. Mir als Anti-Krank-Mensch sind diese ganzen Tabletten und Tropfen absolut zuwider, aber was sein muss, muss eben sein.

Mit ein bisschen Recherche habe ich außerdem herausgefunden, dass ich vermutlich mit American Airlines fliegen werde, weil ich in Miami zwischenlande. Das bedeutet, dass mein Koffer 23kg schwer und maximal 157cm lang+breit+hoch sein darf. Glücklicherweise erfüllt der größte Koffer, den wir zuhause haben, genau diese Bedingungen. Da passt mein ganzer Kleiderschrank rein, irgendwie wird also auch meine Packliste für Bolivien dort unterkommen. Probepacken werde ich aber erst nach dem nächsten großen Shopping, das dringend ansteht, und zwar anfang Juni. In acht Tagen bin ich nämlich endlich mit meinem Abitur fertig!!! Drückt mir noch die Daumen!

 

Schlaft gut und liebe Grüße,

Laura

21.5.14 22:28, kommentieren

Ich bin DABEI!!!

Unglaublich, aber wahr - ich hab's geschafft!!!

Mitten im Matheunterricht hab ich die Mail bekommen, die mir bestätigte, dass AFS mich angenommen hat. Ich darf mit weltwärts für 11 Monate nach Bolivien reisen. Direkt im Anschluss an die erste kamen zwei weitere Mails mit gefühlten tausend Anhängen, die ich erst zuhause geöffnet, gelesen, sortiert und ausgedruckt habe.

Dabei waren die Teilnahmevereinbarung, also der Vertrag zwischen AFS und mir, damit ich nicht plötzlich doch noch abspringen kann, Informationen über die Impfungen, die ich noch brauche, über die Versicherungen und wie ich einen Förderkreis aufbauen kann. Der soll sicherstellen, dass auch Familien, die die 2500€, die wir alle zahlen müssen, nicht so einfach aufbringen können, AFS nicht hängen lassen. Zwar würden meine Eltern mir bei dem Betrag unter die Arme greifen und mein Konto gibt zurzeit sogar auch genug her dafür, aber ich möchte trotzdem versuchen, Spenden zu sammeln. Jeden Euro, den ich hier nicht zahlen muss, kann ich in Bolivien für Andenken und so weiter ausgeben! Außerdem weiß ich noch nicht, ob ich die 100€ Taschengeld, die ich pro Monat im Ausland bekommen soll, annehmen werde, denn Melli hat mir erzählt, dass die Familien dort erstens kein Geld dafür bekommen, dass sie uns aufnehmen, also uns sozusagen mit durchfüttern müssen und zweitens, die 100€ Taschengeld für uns auch noch selbst zahlen müssen! Und 100€ sind oftmals verdammt viel für eine bolivianische Familie... aber genaueres werde ich auf den Vorbereitungsseminaren erfahren, die in Goslar und in Marburg stattfinden werden, eins im Juni, eins im Juli. Bin schon gespannt, wie es weitergeht.

 

 

31.3.14 18:44, kommentieren

Das AUSWAHLWOCHENENDE!

Hallo

Gestern kam ich zurück vom Auswahlwochenende und will gleich mal erzählen, wie es dort so ist. 

Zuvor aber muss ich euch noch von einem Telefonat erzählen, in dem mir Melli anderthalb Stunden lang von ihren Erlebnissen in Bolivien erzählt hat- ein sehr informatives Gespräch, das den Effekt hatte, dass ich nun auch lieber nach Bolivien will...

Ich hab mir eine Fahrgemeinschaft organisiert, sodass wir zu fünft nach Forchheim auf das Auswahlwochenende gefahren sind. Schon die Fahrt war wirklich lustig und das sollte auch das ganze Wochenende lang so bleiben: Kurz nach der Ankunft ging es los mit dem Programm. Die drei Teamer Max (der aussieht wie Klaas von Joko und Klaas!^^), Jan und Andi haben sich und die drei zur Auswahl stehenden Organisationen vorgestellt, mit denen man über AFS ins Ausland reisen kann: CSP, IJFD und weltwärts. Danach durfte jeder von uns 28 Bewerbern sich kurz vorstellen. Hier ist mir aufgefallen, dass erstaunlich viele nach Afrika wollen. Es waren ungefähr 1/3 Jungs und 2/3 Mädchen da, aber jeder einzelne war wirklich nett. Zum Auflockern zwischen den zahlreichen Pausen haben wir Spiele gespielt, bei denen uns die Teamer auch beobachtet und bewertet haben. Das klingt jetzt ätzend, ist es aber gar nicht. Ein paar Spiele waren sogar wirklich interessant, wie beispielsweise eine Diskussion, die wir führen mussten. Dabei haben wir acht moralisch verwerfliche Statements bekommen und mussten diese nach Vertretbarkeit ordnen. Spannende Ansichten und jede davon irgendwie nachvollziehbar...abends kamen dann die Einzelgespräche an die Reihe - einer allein gegen drei Teamer. Plötzlich hatte das Ganze dann doch einen recht offiziellen Charakter, aber für mich lief das Ganze ganz gut - hoffe ich jedenfalls.  

Später am Abend mussten wir einstudierte kleine Theaterstücke aufführen, die wir uns in Gruppen überlegen mussten - mehr zur Unterhaltung der Teamer, als zur Reflektion unseres Verhaltens, denke ich. Aber versucht erstmal, einen Stummfilm mit den Stichworten "Pokemon", "NSA" und "Glatze" zu entwickeln.

Am nächsten Tag war unsere kleine Fahrgemeinschaftsgruppe fast am längsten da, weil jeder vorher schon abgereist ist. Im Auto haben wir dann aber doch gespürt, wie anstrengend so viele fremde Menschen auf einem Haufen sein können, gepaart mit wenig Schlaf, Aufregung und einem Haufen neuer Informationen - wir haben kaum noch miteinander geredet, sondern die meiste Zeit geschlafen. 

Jetzt, wieder zu Hause, muss ich mich erst mal wieder auf mein Abitur konzentrieren, denn es dauert noch mindestens drei bis vier Wochen, bis wir Bescheid bekommen, ob wir dabei sind oder nicht. Drückt mir die Daumen!!!

3.3.14 23:15, kommentieren

Wie ich die Schulstunden nutze...

 

Hallo,

nachdem ich also erfahren habe, dass ich zum Auswahlwochenende darf, habe ich mich so richtig reingestürzt in die Vorbereitungen - eher, weil es so viel Spaß macht, als weil es jetzt schon unbedingt sofort nötig ist. Beispielsweise ist es ja viel spannender, die Englisch- und Deutschstunde dazu zu nutzen, ein Deckblatt für meinen eben angelegten Südamerika-Ordner (ich weiß ja noch nicht, ob ich tatsächlich nach Peru kann) zu malen, als Faust anzugucken, bzw. einem Referendar zuzuhören. Mein Werk hab' ich euch mal hochgeladen ;-)

Darin aufgelistet sind zum Beispiel all die Fragen, die ich an Melli hab (das ist die Bekannte, die auch schon mit AFS in Bolivien in einem Sozialprojekt war). Womit mir auffällt- hab ich überhaupt schon erwähnt, was ich in Peru machen will? Vermutlich nicht... also, ich möchte am liebsten in ein Waisenhaus oder eine Schule, wo ich Englisch unterrichten und die Kinder betütteln kann und ein bisschen ihre Freizeit verschönern darf. Zurück zu meinen Fragen.  Manche davon hat sie mir schon beantwortet, die meisten wollten wir aber in einem Telefonat klären, das würde Facebook vermutlich überlasten^^. Mich interessiert zum Beispiel, wie viel Gepäck sie dabei hatte, wie das Auswahlwochenende lief, wann das Klima tatsächlich wie warm oder kalt ist, wie gut das peruanische Essen wirklich ist, wie aufdringlich der Tourismus (besonders bei den Inkaruinen), wie hoch die Kriminalität, was ich unbedingt angucken muss, wenn ich dort bin und wie viel Spanisch ich bis dahin noch lernen muss - momentan kann ich nämlich noch kaum ein Wort.

Aber da soll ja der Spanischkurs abhelfen, der in vier Tagen beginnt. Ich freu' mich schon richtig drauf, ein nächster Schritt Richtung Peru! 

Weitere Schritte waren und sind, dass ich meinen Reisepass beantragen musste, ich hatte nämlich nur noch den alten Kinderreisepass irgendwo rumliegen. Außerdem muss ich schauen, was für ein Visum ich brauche und wie viel das kostet, ebenso wie es mit Krankenversicherungen und Krankenrückholversicherung und so weiter aussieht - und meine Impfungen auffrischen. Ist schon ein bisschen beängstigend, wenn man sich auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes Peru mal informiert, was man sich so alles einfangen kann - Malaria, Gelbfieber, Dengue-Fieber, Leishmaniose, Oropuchefieber, Leptospirose, Tetanus, Diphterie, Pertussis, Influenza und sogar die Pest! Bei der Pest muss ich irgendwie eher an das Mittelalter denken als an ein Land im 21. Jahrhundert... aber mit Impfungen und ab und zu duschen sollte das zu umgehen sein, hoffe ich ;-)

Damit der Eintrag nicht zu lang wird, schließe ich hier mal ab. Mir fällt bestimmt bald wieder was ein, was ich unbedingt erzählen will - und sei's nur von meinem Impftermin. Ein bisschen mitteilungsbedürftig darf ich ja sein, oder? :-)

 

Liebe Grüße,

Laura

15.2.14 22:57, kommentieren

Ist das nicht noch viel zu früh...?

Hallo ihr Lieben,

mich plagen ein paar Zweifel, ob es nicht noch viel zu früh ist, um mit diesem Blog zu beginnen - immerhin fahre ich erst in frühestens fünf Monaten! Aber da meine ersten Vorbereitungen schon begonnen haben und ich jetzt schon so aufgeregt bin, als würde ich morgen fliegen, hab ich mir dann doch erlaubt, schon mal in die Tasten zu hauen. 

Tausende von Gründen schwirren in meinem Kopf herum, warum ich das machen will - und ebenso viele Gründe, was dagegen spricht.  Doch dieser zweiten Haufen wirkt regelrecht winzig gegen den überwältigenden Wunsch: ICH WILL NACH PERU! Egal, ob ich dort krank werde, egal ob die Hygienestandarts nicht mal einem Minimum des unseren entsprechen, egal ob mich die vielen Straßenhunde schockieren werden (ich bin ja in einer Tierschutzorga, die genau solche Hunde aus Spanien nach Deutschland holt und hier vermittelt...), egal ob man Angst haben muss vor Kriminalität und Drogenmissbrauch - sogar, dass ich meine Familie dann ein halbes Jahr lang nur über Skype hören und sehen werde und überhaupt nicht in die Arme schließen darf, hält mich nicht von meinem Entschluss ab. Okay, zugegeben, das mit der Familie bereitet mir Kopfzerbrechen, aber ein Hinderungsgrund ist es nicht.

Nur, leider ist es mit der Entscheidung, irgendwo hin zu wollen, nicht getan. Jetzt beginnt die Arbeit erst: sich durch zahllose Angebote kämpfen, die es inzwischen für Volunteers gibt, sowohl im Internet, als auch über Mundpropaganda. Ständig kommen neue Tips, von Freunden, Familienmitgliedern, Frisören der Familienmitglieder (ja, das stimmt wirklich ;-))... letztendlich habe ich beinahe meinen Computer lahmgelegt, so viele Registerkarten waren im Internet geöffnet. Nach und nach habe ich eine Orga nach der anderen ausgeschlossen, weil sie einfach nicht meinen Kriterien entsprachen oder mir nicht seriös genug erschienen. Ich will auf jeden Fall in eine Gastfamilie, nicht in irgendein Apartment mit anderen Freiwilligen, ich will die volle Packung Peru erleben. 

Andere Organisationen waren einfach zu teuer, boten nicht die richtigen Projekte an oder der Anmeldeschluss war bereits um. So auch beim AFS Interkulturelle Begegnungen e.V., doch hier hatte ich Glück: Es gab eine Nachrückrunde! Der AFS ist eine Dachorganisation verschiedener anderer Orgas wie weltwärts oder dem Internationalen Jugendfreiwilligendienst - seriös ist das also auf jeden Fall. Außerdem kenne ich ein Mädchen, das gerade erst von einem Jahr Bolivien zurückkam, die wurde auch von AFS dort hingeschickt und war begeistert. So verbrachte ich also die nächsten beiden Wochenenden damit, Bewerbung, Lebenslauf und Motivationsschreiben zu verfassen, zu korrigieren und auf Englisch zu übersetzen.

Sobald alles fertig war, habe ich die Bewerbung abgeschickt und bekam nur wenige Tage später schon die Einladung zum Auswahlwochenende. Das steht mir in zwei Wochen, am 1./2. März bevor und ich muss extra dafür nach Forchheim fahren, was ungefähr zwei Stunden von meiner Heimat entfernt ist. Na, es hätte mich auch schlimmer treffen können, oben besagte Bekannte ist noch viel weiter in den Norden gefahren für dieses Auswahlwochenende! Hauptsache, ich bin dabei! :-)

 

Liebe Grüße,

Laura

9.2.14 17:18, kommentieren